Ungarische Beste 

(Alte Sorten)


Syn. Rote Marille
Herkunft und Verbreitung stammt aus Ungarn, 1868 von Hofgärtner GLOCKER in Enyed gefunden, dann in die Nachbarländer verbreitet und mit der Zeit einen Formenkreis bildend; daher trennte LÖSCHNIL die 'Klosterneuburger Aprikose' und die 'Ungarische Aprikose' ('Wahre grosse Frühe') als selbständige Sorten ab; NYUlTO rechnet auch die alte französische Sorte 'Luizef zum Formenkreis dieser Sorte, ähnliches gilt für die in Moldavien und der Ukraine stark verbreitete ‘Krasnoshchejkij' Nach anderer Ansicht wurde die Sorte bereits 1561 von C. GesNea in seiner «Horb Germaniae» beschrieben und erst 1868 durch E. Lucws als ‘Ungarische Beste' benannt.
Seit langem verbreitetste Sorte in Europa, für Frischverzehr und vorzüglich für jegliche Verwertung, gut transport- und lagerfähig, folgernde Reife erfordert 2 bis 3 Teilernten; Frucht-Stein-Verhältnis = 100 : 6,1, Sorte mit guten Ertragseigenschaften und hoher Anpassungsfähigkeit (Boden, Klima, Unterlagen); es existieren wertvolle Selektionen ungarischer Züchter von dieser wichtigen Sorte: 'Gönci magyar kajszi' (Bxozix) und 'Magyar kajszi C. 235' (NvurTO), die deutschen Sorten 'Magdeburger' und 'Marena' stammen auch von ihr ab.
Reifezeit: Mittelfrüh, M 7-A 8.
Marktwert: Gut.
Verwendung: Tafel- und vor allem Konservenfrucht.
Transportfähigkeit: Gut.
Frucht Gestalt und Grösse: Mittelgross, 40 bis 50 g, gleichmässig, rundlich, leicht unsymmetrisch, etwas gefurcht und gekerbt, um den Stempel schwach erhaben.
Farbe: Grundfarbe grünlichgelb, reif, saugelb bis rötlich orange; Deckfarbe zu 50 bis 75%, besonders sonnseits, die Frucht bedeckend; dunkelrot (sog. Rotaprikose) verwaschen, teils gefleckt, dazwischen dunkler marmoriert, in feuchtkühlen Jahren dunkelbraun gepunktet.
Haut: Schwach wollig, mitteldick, zäh, leicht platzend.
Fleisch: Hell- bis rotorange, mitteldick, zähe Adern, sehr fest; vollreif weicher und saftig, nicht mehlig werdend, gut steinlösend.
Geschmack: Schwach süss, deutlich säuerlich, schwach aromatisch, gekocht sehr wohlschmeckend (vollaromatisch, säuerlich süss) und gut gelierend.
Stein: Einseitig hohlliegend, enthält süss schmeckenden Kern
Wuchs: Mittelstark, Krone bleibt klein, schwach hängend, etwas wirr verzweigt, gesund, beachtlich frosthartes Holz f
Blüte: Mittelfrüh, mittelgross, weiss, lange blühend, relativ frost- und regenfest, selbst Fruchtbar
Ertrag: Früh einsetzend, hoch und regelmässig
Standortansprüche: Wie alle Aprikosen besonders wärmeliebend, sonst ohne besondere Ansprüche
Krankheiten: Mässig wetterfest, platzt und fault leicht nach Regen

Bild und Text: "Steinobst 1992", Neumann Verlag

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