Naumburger Ostheimer 

(Alte Sorten)


unbekannt, in der Umgebung von Naumburg/Saale aufgefunden, vermutlich Selektion aus dem Fonnengemisch der 'Ostheimer Weichsel'; ('Ostheimer Weichsel' soll zur Zeit des spanischen Erbfolgekrieges 1714 von dem Arzt Dr. KLINGHAMMER, Feldscher in der spanischen Armee, aus der Sierra Morena nach Deutschland in das Gebiet von Ostheim vor der Rhön, Nähe von Meiningen, verbreitet worden sein); die Ostheimer-Typen sind in Europa verbreitet, werden aber kaum noch angebaut
Unter den 'Ostheimer Weichseln' gibt es eine Vielzahl von Typen die sich hinsichtlich ihrer Ertragsleistung im allgemeinen nicht bewährt haben. Nachteilig ist vor allem ihre Selbststerilität. Als Befruchtersorten eignen sich 'Schattenmorelle' und Süsskirschensorten. Für den produktionsmässigen Anbau ist die Sorte nicht zu empfehlen. Die Ostheimer Typen gehören jedoch zu den geschmacklich wertvollsten Sorten, die noch immer ihre Liebhaber finden.
Mittlere Reifezeit: A 7-M 7 (10.7.-15.7.)
Marktwert: gut
Verwendung: Saft, Konserve, weniger Frischverzehr
Transportfähigkeit: gut
Frucht: Gestalt und Grösse mittelgross; mittleres Fruchtgewicht ca, 4,3 g; fast rund
Farbe: dunkelbraunrot bis schwarz bzw. dunkel-violett
Haut: dünn
Fleisch: dunkelrot, relativ weich, saftig, gut steinlösend
Geschmack: süss-säuerlich mit feinem Aroma Saft färbend
Fruchtstiel: mittellang (ca. 3,5 cm), kann gut ohne Stiel gepflückt werden
Wuchs: mittelstark, runde Krone mit hängenden Zweigen, dünntriebig, mässige Verkahlung
Blüte: früh bis mittelfrüh, selbststeril, als Befruchter eignen sich 'Schattenmorelle' und Süsskirschensorten
Ertrag: reift Anfang bis Mitte Juli, Ertrag ist gering bis mittelmässig und gut, standortabhängig
Standortansprüche: Böden mit mittlerer Bodenzahl sind zu bevorzugen
Krankheiten und Schädlinge: sind nicht bekannt

Bild und Text: "Steinobst 1992", Neumann Verlag

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