Maigold 

(Bei uns im Angebot)


Aus den Nachkommen einer 1944 an der damaligen Eidg. Versuchsanstalt Wädenswil (Schweiz) durchgeführten Kreuzung 'Fraurotacher (Franc Roseau)' x 'Golden Delicious' selektiert und 1964 unter dem obigen Namen zur Vermehrung freigegeben.
Pflückreife: Ende Oktober.
Genussreife: je nach Lagerverfahren von Februar bis Juni.
Polleneigenschaften: Im allgemeinen gut, nach Hinweisen aus der Schweiz für 'Golden Delicious' aber ungeeignet.
Standortansprüche: Aufgrund der langen Fruchtwachstumszeit von ca. 160 Tagen eignen sich nur warme Anbauzonen. Bei unzureichenden Wärmeverhältnissen und/oder bei Lichtmangel während der Vegetationszeit werden nicht nur das äussere Aussehen und die geschmackliche Qualität der Früchte, sondern auch die Blühwilligkeit beeinträchtigt. Im Anspruch an den Boden mit 'Golden Delicious' vergleichbar, d. h., dass mässig frische bis frische, gut durchlüftete und humose Böden anbaugünstig sind. Die Empfindlichkeit der Blüten gegenüber Frost soll ähnlich derjenigen von 'Jonathan', also gering, sein; allerdings führten die Spätfröste 1974 in Bavendorf zu spürbaren Ertragsverlusten. Über Holzschäden durch Winterfrost ist nichts bekannt. Die Früchte hängen bis zur Pflücke fest im Baum.
Baum: Bei mittelstarkem Wuchs ist die sehr reiche Bildung dünner und oft wirr durcheinander wachsender Triebe sorteneigentümlich, ebenso die dadurch bedingte dichte Krone, ferner die überwiegend hängenden Fruchtäste und der wellig stabile, oft seitlich abgedrängte Mitteltrieb. Die Blüten entwickeln sich vor allem all den 2jährigen Langtrieben (Kurztriebe, jährig, endständig), aber auch all den achselständigen Knospen der 1jährigen Langtriebe. Der Behang ist häufig traubenartig. Das Fruchtholz kann rasch altern; beim Schnitt ist dies zu berücksichtigen.
Fruchtgrösse und Form: Mittelgross bis gross; hochgebaut, mittelbauchig, häufig ungleichmässig (schief bzw. kantig).
Farbe und Beschaffenheit der Schale: Grünlich, vollreif grünlichgelb bis goldgelb, sonnenseits von fein marmoriert über geflarmut bis flächig leuchtend hell- bis orangerot (freundlich!); glatt, leicht wachsig, Lentizellen wenig sichtbar; hart.
Kelch: Gross, offen, tief, Blättchen schmal und deren Zipfel nach aussen gebogen.
Kelchgrube: Ziemlich tief, eng, aber mit kräftig ausgebildetem, höckerigern Rand.
Stiel: Kurz bis mittellang, mitteldick.
Stielgrube: Tief, eng, klein, meist strahlig bis zum Rand feinschuppig berostet, verschiedentlich auch rissig.
Kernhaus: Mittelgross; zwiebelförmig, Achse geräumig, Samenfächer meist offen, Leitbündel als grüne Punkte ziemlich aussen liegend; zahlreiche, dunkelbraune Samen.
Fruchtfleisch: Grünlichgelb bis cremefarben; saftig, knackend, fest, feinzellig, kurz; anfällig für Stippigkeit.
Geschmack: Süsslich-feinsäuerlich bis feinfruchtig, geschmackvoll (eigene Note, birnenähnlich).
Anbau und Markt: Bemerkenswert ist die, auch bei weniger günstigen Lagerbedingungen, gute Haltbarkeit bzw. späte Genussreife der Früchte. Insoweit ist 'Maigold' eine echte späte Wintersorte. Bei durchschnittlichem Ertragsvermögen ist eine deutliche Neigung zum Alternieren vorhanden. Durch Anbau auf leistungsfähigen Standorten, beste Pflege und Verwendung von schwachwachsenden Unterlagen ist dieser Mangel am ehesten zu beheben. Der Anfälligkeit für Stippigkeit sollte durch CA-Spritzungen rechtzeitig vorgebeugt werden. Verschiedentlich kann es zu empfindlichen Qualitätsmängeln durch Schalenbräune (Hautbräuneverhinderung bei Maigold) kommen.
Typen: Von 'Maigold' sind keine Typen bekannt.

Bild und Text: "Apfelsorten 1975". Robert Silbereisen, Ulmer Verlag.
Lagerbedingungen: Angaben von Dr. Höhn und Franz Gasser, Eidg. Forschungsanstalt Wädenswil, ohne jede Gewähr für Richtigkeit und Haftung.
Anbauflächen Schweiz: Bundesamt für Landwirtschaft; Hauptabteilung Produktion und Internationales; Sektion Spezialkulturen und Weinwirtschaft.

   Unter der Rubrik Produkte erhalten Sie mehr Informationen über diese und weitere 704 Apfelsorten