Als Züchtungsnummer 'PRI 87031-047 ('CPRO-Nr. 47) stammt Wellant® vom Plant Research International in Wageningen aus einer Kreuzung der Sorten ('Elstar' x 'Selekt. Nr. CPRO') x 'Elise'. Die Wuchsstärke der Sorte kann als mittelstark bis stark eingestuft werden. Sie liegt in etwa zwischen 'Elise' und 'Elstar', wobei die Stammverlängerung eher starkwachsend ist. Die Sorte verkahlt sehr rasch von der Basis her und trägt Früchte überwiegend an den Terminalen. Die Anfangserträge sind aus diesem Grund sehr gering. Das Pflanzmaterial sollte deshalb sehr gut verzweigt sein. Zur Erziehung möglichst vieler Kurzspiesse sollten die Seitentriebe bei der Pflanzung leicht eingekürzt werden. Eine Zwischenveredelung mit 'Summerred' kann für das Wuchsverhalten günstig sein. Die Früchte der Sorte 'CPRO-Nr. 47 (Wellant®) sind in Grösse, Form und Farbe häufig unregelmässig. Das Kaliber ist mittel gross-gross. Gut entwickelte Früchte sind hochgebaut, meist 75-85 mm gross und besitzen eine hell-dunkelrote, flächig bis geflammte Deckfarbe, die ca. 50-90 (Ø 80 %) der Fruchtoberfläche bedeckt. Auffällig sind die stark ausgeprägten Lentizellen. Stiel und Kelchgrube sind meistens leicht, manchmal auch etwas stärker berostet. Die Stiele sind kurz bzw der Kelchgrubenrand ist leicht wulstig. Die Früchte werden kaum fettig. Die Sorte neigte 2003 etwas zur Stippe, das Aussehen ähnelt den Sorten 'Boskoop' und 'Elise'. Der Erntetermin fällt mit 'Jonagold' zusammen. | | Fruchteigenschaften: Unmittelbar nach der Ernte schmeckt die Sorte noch nicht sehr gut. Das Fruchtfleisch und vor allem die Schale hinterlassen in den ersten vier Wochen einen eher zähen Eindruck. Anschliessend erreicht sie schnell einen ausgezeichneten aromatischen sehr süssen, rubinette-ähnlichen Geschmack. Das Fruchtfleisch ist leicht gelblich gefärbt. Die Früchte sind mit 7-8 kg/cm² fest, aber nicht überfest. Diese Festigkeit behält die Sorte im Lager und vor allem nach Auslagerung. Im Herbst 2003 schnitt sie bei Verkostungen direkt nach Auslagerung meist sehr gut ab. Die guten Fruchteigenschaften wurden im Jahr 2003 durch einen überproportional hohen Zuckergehalt verstärkt. Er lag nach dem Jahrhundertsommer 2003 zwischen 15 und 20 %, sicherlich auch verstärkt durch das hohe Blatt-Frucht-Verhältnis. Es bleibt abzuwarten, ob diese hervorragenden Geschmacksergebnisse auch in Normaljahren mit normalem Fruchtbehang erhalten bleiben. Im Rahmen eines Shelf-life-Testes im Herbst 2003 am Kompetenzzentrum Gartenbau zeigte die Sorte nach 14 Tagen zwar nach wie vor gute Geschmacks- und Festigkeitseigenschaften, aber auch deutliche Welkeerscheinungen. Die Früchte sind dann zwar fest, aber nicht mehr sehr attraktiv, was sich in der Kaufentscheidung bei unseren Verkostungen niederschlägt. Über die weiteren kulturtechnischen Vorzüge und Nachteile der Sorte ist derzeit noch sehr wenig bekannt. Ihr wird eine relativ geringe Schorfanfälligkeit nachgesagt, insbesondere was Fruchtbefall anbelangt, allerdings eine mittlere Krebsanfälligkeit. An der Niederelbe sind im Winter 2003 bei Temperaturen bis -18 °C Winterfrostschäden am Holz festgestellt worden. | | |
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